Welche Maps sind am besten zum Reisen?

Welche Maps sind am besten zum Reisen?

Wer unterwegs ist, fragt heute kaum noch nach dem Weg oder schaut auf eine Karte. Die ganze Welt ist heue im Smartphone gespeichert und kann sogar ohne Onlineverbindung abgerufen werden. An verfügbarer Kartensoftware mangelt es nicht, und jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Die populärsten sollen hier vorgestellt werden.

Google Maps

Auf Android-Telefonen sind die Maps von Google automatisch enthalten, aber auch Apple-Nutzer laden sich die App gerne herunter. Google darf auf diesem Gebiet getrost als Marktführer bezeichnet werden und das nicht nur wegen der großen Verbreitung. Google hat viel Geld investiert, um auch für die hintersten Ecken der Welt gute Karten und Daten zu bekommen. Wo man mit bestehenden Karten und Satellitenaufnahmen nicht mehr weiterkam, wurden Communitys genutzt, die im ganzen Land die Karten auf einen aktuellen Stand brachten. Gleichzeitig hat Google es auch geschafft, Zusatzdienste wie vorhandenen Verkehrsfluss und eine Navigation anzubieten. Auch bei den Einträgen von Läden, Restaurants und Ahnlichem führt der Suchmaschinenriese das Feld an.

Apple Maps

Die Firma aus Cupertino hatte einen etwas langsamen Start und ihre Karten sind auch nur auf Apple-Geräten verfügbar. Man hat sich viel bei Google abgeschaut und die Qualität der Karten ständig verbessert. Dennoch scheint Apple außerhalb der USA immer etwas hinterherzuhinken, was die Aktualität angeht. Dafür ist das Design der Karten besser, die Nachtansicht ist angenehm und so vorhanden, die Navigation ebenfalls einfach zu benutzen. Allerdings lässt die Datenlage außerhalb der großen Städte und der Industrienationen sehr zu wünschen übrig.

Bing Maps

Die Suchmaschine von Microsoft hat auch ihr eigenes Kartensystem, das aber vor allem auf Mobilgeräten nicht sehr weit verbreitet ist. Dabei hat das Unternehmen eigentlich einen großen Vorteil: Bing verwendet Daten des Nokia-Konzerns, der lange Zeit der Marktführer bei Karten war und auch heute noch in diesem Bereich Spitzenklasse ist. Manche Fans von Bing schwören auf die Websuche nach Örtlichkeiten, aber es reicht nur für den dritten Platz.

Waze: Wenn Nutzer Staus melden

Wie Nutzer dazu beitragen, die Navigation zu verbessern, zeigt die App Waze. Sie wurde ursprünglich in Israel entwickelt und dann von Google gekauft. Die Software ist im Wesentlichen ein Navigationssystem, das die Karten von Google benutzt. Was es aber in Großstädten so besonders macht, sie die Daten der Nutzer.

Google sammelt ohnehin schon Daten wie Ort und Reisegeschwindigkeiten von Nutzern. Diese Daten sind anonymisiert und dienen dazu, Verkehrsstaus zu ermitteln. Wenn viele Nutzer sich auf einer Straße langsam bewegen, wird das als Stau auf den Google- und Waze-Karten vermerkt. Die Straßen werden dann jeweils orange oder rot markiert.

Nutzer können Unfall registrieren

Nutzer von Waze können selbst auch Probleme melden. Kommen sie an einem Unfall vorbei, können sie das in der App eintragen und diesen damit allen anderen Nutzen melden. Damit ist Waze schneller als viele anderen Karten-Apps, wenn es um Staumeldungen geht.

Die App funktioniert zwar theoretisch überall in der Welt, tatsächlich haben aber nur 13 Ländern ein ausreichendes Datenmaterial. Dazu gehören auch Benzinpreise an bestimmten Tankstellen und zeitweise Sperrungen von Straßen. Der Anbieter versucht, die aktuellste Karte zu sein, und belohnt seine Nutzer mit Punkten für Meldungen.

Hier kommt dann das Crowdsourcing ins Spiel. Denn wenn man eine bestimmte Anzahl an Punkten hat und damit nachweisen kann, dass man aktiv ist, darf man die Karten selbst modifizieren. Wenn man zum Beispiel feststellt, dass ein früherer Feldweg jetzt eine asphaltierte Straße ist, kann man das in Waze eintragen. Allerdings gibt es noch ein Überprüfungsverfahren. So wird festgestellt, ob man auch wirklich selbst an dem Ort gewesen ist.

Im Jahr 2019 hat Waze auch eine Partnerschaft mit Regierungsstelle und Behörden ins Leben gerufen, unter dem Namen Connected Citizen. Im Rahmen dieser Partnerschaft tauschen Behörden und Waze gegenseitig ihre Daten aus. Ein Modellprojekt in Rio de Janeiro bindet auch Bewegungsdaten von Radfahr- und Bustransport-Apps mit ein.

Spezialkarten weisen den Weg auch offline

Noch immer gibt es Gegenden, in denen man keinen Handyempfang hat und wo deswegen auch viele Online-Apps nicht funktionieren. Und auch wenn viele Anbieter eine Downloadfunktion haben, vergessen Touristen oft, die Karten auch herunterzuladen.

Manche digitalen Karten haben sich deshalb auf Wanderer, Radfahrer, Motorradfahrer, aber auch Bergsteiger spezialisiert. Sie bieten dem Benutzer einen voreingestellten Download, manchmal ist sogar das Kartenmaterial Teil der App.

Eine solche App ist Gaia, die von National Geographic für alle empfohlen wird, die sich in unwegsames Gelände fernab von einer normalen Infrastruktur bewegen. Wer sich für den Premium-Service anmeldet, der natürlich auch kostet, kann aus über 100.000 Wanderwegen auswählen, aber auch über das GPS selbst den Weg aus dem Wald finden.

Avenza ist ebenfalls ein digitaler Kartendienst, der neben den reinen Landkarten auch eine Menge Zusatzinformationen bereithält. Man muss sich allerdings für jede Region eine neue Karte laden, die Kosten liegen bei knapp fünf Euro. Die Apps gibt es sowohl für iOS-Telefone als auch für Modelle, die mit Android betrieben werden.

GPS-Geräte halten länger durch

Eine andere Alternative sind Geräte wie jene von Garmin, die Karten vorinstalliert haben und einen besonders starken GPS-Empfänger besitzen.

Der Vorteil der GPS-Geräte liegt ganz klar in ihrer Spezialisierung. Sie sind nur für den Betrieb als digitale Landkarte gemacht und müssen deshalb keine stromfressenden Extras wie ein GSM-Modul für den Datenempfang haben. Manche können sich über Bluetooth mit einem Smartphone verbinden. Die Batterie bei GPS-Geräten hält länger, und sie sind wasserfest und gegen Staub geschützt. Die installierten Karten sind vor allem für die einfache Darstellung gedacht. Es wird auf überflüssige Informationen verzichtet. Gute Geräte passen den Kartenausschnitt den tatsächlichen Gegebenheiten an. So kann man auch sehen, wie weit es bis zur nächsten Abbiegung ist.

Die Geräte können auch die Geschwindigkeit und sogar den Kalorienverbrauch messen, wenn man ein Zusatzgerät hat, das auch Körperfunktionen misst und übertragen kann.

Google Earth wird immer besser

Als Google seine Earth-App auf den Markt brachte, waren die Daten in entlegenen Gebieten noch spärlich und schlecht aufgelöst. Mittlerweile aber kann man immer näher an ein Haus heran zoomen. Was Google Earth so besonders in der Welt der digitalen Karten macht, ist seine 3D-Ansicht. Mit der Software, die sowohl auf Computern als auch auf Smartphones und im Chrome-Browser läuft, kann man die Erdkugel virtuell überfliegen.

Das ist gerade bei Reiseplanungen eine große Hilfe. Wenn man sich einen Überblick über die Länder, die man bereisen möchte, verschaffen will, kann man zunächst die jeweiligen Städte und Landschaften aus der Vogelperspektive anschauen. In der 3D-Einstellung simuliert Google dann auch einen anderen, etwas schrägeren Blickwinkel. In großen Städten sind mittlerweile die Fotos so aufgenommen, dass auch realistische Darstellungen von Gebäuden möglich sind. Zum Beispiel sind in Paris der Eiffelturm, aber auch Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten so dargestellt, dass man sie umkreisen und sich ihnen bis auf wenige Meter nähern kann.

Mehr als nur Kartendaten für Reisende

Google hat außerdem eine Funktion, mit der man sich Fotos anschauen kann, die an einem bestimmten Ort gemacht wurden. Diese Fotos werden mittlerweile aus dem Datenbestand der Local Guides ausgewählt. Diese Nutzer bewerten Örtlichkeiten auf Google Maps und fügen Bilder hinzu.

Wer noch mehr in eine Welt eintauchen möchte, kann auf die Straßenansicht umschalten und dann zum Beispiel seinen Urlaubsort am Computer erforschen. Das kann sehr praktisch sein, wenn man ein Hotel gebucht hat und vor der Ankunft schon mal sehen will, wo sich Restaurants und Cafes befinden.

Eine andere Anwendung sind die Voyager-Beispiele. Hier hat Google Earth alte Karten digitalisiert und man kann sich auf die Reisen von Kolumbus und anderen Entdeckern begeben. Es gibt Lehrmaterial für Kinder und Bilderserien über Natur und Naturereignisse. Wer möchte, kann sich verschiedene Ebenen einschalten, die dann Interessantes wie beispielsweise alle aktiven Vulkane oder Orte, an denen es einen Tsunami gegeben hat, zeigen.

Die Karten der User

Aus der Gemeinde der offenen und freien Software kam 2004 die Idee, ein digitales Kartensystem zu erstellen, dass offen und frei ist. Die Inspiration kam Gründer Steve Coast, nachdem er gesehen hatte, wie groß der Erfolg vom Wikipedia war. Open Street Map (OSM) basiert auf frei zugänglichen Daten und Satellitenbildern, die von zwei Millionen ehrenamtlichen Helfern ausgewertet und in digitale Kartendaten umgesetzt werden.

Die freien Kartendaten werden heute von vielen Unternehmen genutzt. Unter anderem verwendet Facebook die Ansichten von Open Street Map. Da das Projekt seine Karten kostenlos zur Verfügung stellt, werden sie auch gerne in anderen Apps zur Lokalisierung benutzt.

Nutzer schaffen die Inhalte der Karten

Der Vorteil bei Open Street Map ist, ähnlich wie bei Wikipedia, dass Nutzer Kartenmaterial schnell aktualisieren können. Außerdem können sie selbst in abgelegenen Gegenden Straßen, Wege, Gebäude und Sehenswürdigkeiten eintragen. Aber auch in Städten hat sich das System als sehr erfolgreich erwiesen. So kann OSM zum Beispiel in vielen Städten Fahrradwege ausweisen. Außerdem werden Lokalitäten, die neu eröffnet haben oder geschlossen sind, recht schnell aktualisiert.

OSM hat aber auch einige Nachteile. Für viele Benutzer ist es zum Beispiel nicht einfach, selbst Daten einzutragen. Zwar gibt es mittlerweile Apps, die den Prozess vereinfachen, dennoch muss man dann immer noch auf eine Genehmigung warten. Die Web-App von OSM ist im Gegensatz zu Google und den anderen kommerziellen Anbietern kompliziert und nicht sehr benutzerfreundlich. Man sieht hier, wie in vielen Teilen der offenen und freien Software, dass Entwickler und Programmierer den größten Einfluss hatten.

Dafür gibt es eine Vielzahl an Apps, die die OSM-Daten verwenden und zum Teil mit Zusatzangeboten versehen. Das reicht von Radfahrapps bis hin zu beliebten Wanderstrecken und einer App die anzeigt, wo der nächste Briefkasten oder Geldautomat ist. OSM kann unter anderem dazu verwendet werden, um bei Bildern den genauen Ort hinzuzufügen.

Die besten digitalen Karten für Android

Wer sich nicht abhängig von Google und Bing machen will, kann sich auch nach Apps umschauen, die ebenfalls gute Karten liefern. Der Vorteil: Bei vielen bleiben die Daten auf dem Handy und werden nicht für Werbezwecke verwendet. Einige Apps sind auf spezielle Einsatzbereiche beschränkt.

Maps.me

Die Gratis-App basiert auf den Daten von Open Street Map, erfreut sich aber vor allem bei Reisenden großer Beliebtheit. Grund sind weniger die reinen Kartendaten, sondern die Aufbereitung. Mit der App lassen sich Routen und Reisen planen, die über die reine Fahrtstrecke von einem Punkt zum anderen hinausgehen. Wer die Pro-Version kauft, kann auch nach bestimmten Kategorien suchen und seine eigenen Stecknadeln auf Punkte setzen, die er besuchen will. Mittlerweile kann man über die App auch Hotels buchen und sich für bestimmte Orte einen Reiseführer herunterladen. Die Karten können auch offline verwendet werden.

Sygi

Wer bislang ein TomTom-Navi im Auto hatte, wird sich mit dieser App nicht groß umgewöhnen müssen, das Kartenmaterial ist nämlich dasselbe. Es gibt eine freie Version, die für den Alltagsgebrauch durchaus ausreichend ist. Wer Sonderfunktionen haben will, zum Beispiel die Verwendung als Heads-Up-Display, muss allerdings dafür bezahlen. Gleiches gilt für eine Augmented Reality Funktion, bei der die Navigation ins Bild der Kamera eingeblendet wird.

Komoot

Wer gerne wandert oder mit dem Rad unterwegs ist, wird an Komoot Gefallen finden. Die App ist eigens dafür entwickelt worden, Wanderern bei der Aufzeichnung zu helfen, aber auch um Routen zu planen. Die Karten sind in Regionen aufgeteilt, von denen eine Region kostenlos ist, jede weitere aber für vier Euro freigeschaltet werden muss.

Here WeGo

Die Karten in der App sehen denen von Google ähnlich, sind aber selbst zusammengestellt. Wer sich von dem Suchmaschinenriesen befreien will, mit OSM aber bislang keine guten Erfahrungen gemacht hat, sollte sich Here WGo einmal anschauen. Die digitalen Karten können auch offline verwendet werden.

Das Europa-GPS

Die Politiker in der Europäischen Union hatten im Jahr 2003 beschlossen, ein eigenes GPS-System von Satelliten zu installieren. Damit wollte man sich unabhängig vom bestehenden GPS-Netzwerk machen, das unter amerikanischer Kontrolle steht. Man befürchtete nicht zu Unrecht, dass die USA in Krisenfällen die Kontrolle über das GPS-System ausnutzen könnte. So können sie es zum Beispiel unscharf schalten. Damit wird eine Positionsbestimmung nicht mehr meter- oder gar kilometergenau möglich.

Das Europäische Galileo Netzwerk umfasst mittlerweile 26 Satelliten, bis 2021 soll die Endzahl von dreißig erreicht werden. Die Positionsbestimmungsgeräte werden mit Ariane-6-Raketen der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA in den Orbit transportiert. Neben den EU-Staaten sind auch China, Saudi-Arabien und Russland am Projekt beteiligt. Die Russen haben vierzehn Galileo-Satelliten in den Weltraum befördert.

Viele Handys können Galileo-Daten empfangen

Schon mit den bisherigen Satelliten ist das Galileo-System eingeschränkt funktionsfähig und wird genutzt. So sind zum Beispiel alle iPhones ab der Version 6 in der Lage, ihre Position mit Galileo-Daten metergenau zu bestimmen. Auch einige Samsung und Huawei-Smartphones können die Daten empfangen. Das Mi8 von Xiaomi kann sogar Daten verarbeiten, die eine Positionsbestimmung auf bis zu dreißig Zentimeter ermöglichen.

Bei der Navigation haben viele Firmen ebenfalls begonnen, ihre Geräte auf Galileo anzupassen. So arbeiten einige Garmin-Navis, aber auch Navia mit Chips, die die Satelliten-Daten decodieren können. Viele Anbieter von Hart- und Software für Fahrzeugflotten habe mittlerweile auf Galileo-Daten umgestellt, weil diese präziser sind. Autohersteller können Galileo für Notrufsysteme verwenden. Wird ein Notruf abgesetzt, kann über das Satelliten-Netz die genaue Position des Anrufers bestimmt werden.

Wer gerne beim Sport wissen will, wie lange und wo genau sie oder er gelaufen ist, kann die EU-Daten aus dem All auch auf ihrer oder seiner Smartwatch anzeigen lassen. Die neuen Apple-Uhren arbeiten ebenso mit dem Netzwerk wie Geräte von Huawei und Samsung. Interessant ist auch die Anwendung in Crash-Helmen: Stellen diese einen Unfall fest, wird automatisch ein Notruf abgesetzt und die Galileo-Position übermittelt.

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